Anfrage zu erneuerbaren Energien

Gegenstand der Anfrage:

Aktuell wird der schnellere Umstieg auf erneuerbare Energien forciert. Damit soll die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert werden. Gleichzeitig sind die Bemühungen im Klimaschutz in Anbetracht der immer mehr zunehmenden klimabedingten Probleme wie Extremwetterlagen zu intensivieren. In der Verwaltung wurde hierzu am 1. April 2022 ein neuer Klimaschutzmanager eingestellt, aktuell wird auch an der Erstellung einer CO2-Bilanz gearbeitet.

Fragen und Antworten:

  1. Eine vorläufige CO2-Bilanz liegt bereits vor. Wie sind die Ergebnisse der vorläufigen Erhebung?

Eine vorläufige CO2-Startbilanz wurde seitens des Amtes 65 im Jahr 2020 erstellt. Diese basiert – abgesehen von den Daten der Kreisverwaltung – weitestgehend auf statistischen Durchschnittswerten.

Aktuell wurde nun Seiten des Kreises die Stelle des Klimaschutzmanagers mit Herrn André Schnatz zum 01.04.2022 im Amt 70 besetzt. In einem ersten Schritt wird derzeit im Rahmen der Erarbeitung eines integrierten Klimaschutzkonzepts (bis Ende Q3/2023) der Ist-Zustand für den gesamten Main-Kinzig-Kreis ermittelt. Hierzu ist eine Rückmeldung der einzelnen Kommunen notwendig, um eine möglichst genaue und exakte Datenerhebung für den gesamten Main-Kinzig-Kreis zu gewährleisten. Entsprechend wurden bereits sämtliche Kommunen im Main-Kinzig-Kreis kontaktiert. Die Rückmeldequote in den ersten Wochen ist sehr gut. Auch das Angebot der Vor-Ort Gespräche wurden von einigen Kommunen intensiv genutzt.

Die Ermittlung der grundlegenden Zahlen für die CO2-Bilanzierung erfolgt dann als nächster Schritt, sobald sämtliche Rückmeldungen und Daten vorliegen.

  1. Wie viele fossile Brennstoffe werden pro Jahr seitens des Main-Kinzig-Kreises verbraucht?
  2. Wie hoch ist der Anteil von Gas am Gesamtverbrauch?

25% für die Gesamtheit des Kreises / 60 % für die Kreisverwaltung

Der Gesamtgasverbrauch der Kreisverwaltung lag im Jahr 2021 bei 37.289.349 kWh

  1. Wie hoch ist der Anteil von Öl am Gesamtverbrauch?

9% für die Gesamtheit des Kreises / 40% für die Kreisverwaltung

  1. Wie hoch ist der Anteil von Kohle am Gesamtverbrauch?

5% für die Gesamtheit des Kreises / 0% für die Kreisverwaltung

 Die Daten für die Gesamtheit des Kreises stammen aus der CO2-Startbilanz und basieren weitestgehend auf statistischen Durchschnittswerten. In der Folgebilanz sollten nun die Daten der einzelnen Kommunen einfließen. Die Startbilanz ist zu finden unter MKK – Klimaschutzinitiative

  1. Wie viel Prozent des durch die Kreisverwaltung verbrauchten Stroms stammt aus
  2. erneuerbaren Energien durch die Zulieferung von Energiedienstleistern?

100%

  1. erneuerbaren Energien durch angebrachte Photovoltaikanlagen?

0% – da potenziell geeignete Dachflächen an Dritte vermietet sind.

 

 

  1. Welche Windkraftprojekte werden im Main-Kinzig-Kreis aktuell umgesetzt und wie ist der Planungsstand der einzelnen Projekte?

Siehe Antwort auf Frage 5.

  1. Welche Windkraftprojekte sind im Main-Kinzig-Kreis aktuell geplant?

Die Genehmigung von Windkraftanlagen ab 50 Metern erfolgt über das Regierungspräsidium Darmstadt auf Grundlage des BIMSchG. Die Genehmigung liegt damit nicht in der Zuständigkeit des Main-Kinzig-Kreises. Die aktuellen Daten können unter der nachfolgenden Adresse abgerufen werden: https://rp-darmstadt.hessen.de/planung/erneuerbare-energien/windkraft

Stand 20.04.2022

  

Anzahl

Gestellte Anträge

194

Genehmigt

112

In Betrieb

104

Zurückgenommen

47

Abgelehnt

17

Beantragt

18

Zurückgenommen

47

Anzahl genehmigt, nicht in Betrieb

8

Aktuell sind laut RP 17 Anlagen in Birstein und eine in Sinntal beantragt.

Gegen 8 abgelehnte Anlagen in Birstein liegt nach Angaben des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie aktuell eine Klage vor.

  1. Welche Photovoltaikprojekte werden im Main-Kinzig-Kreis aktuell umgesetzt und wie ist der Planungsstand der einzelnen Projekte?

Folgende Projekte sind derzeit im Beteiligungsverfahren nach §§ 4 (1) (frühzeitige Beteiligung) oder 4 (2) BauGB (Behördenbeteiligung) bzw. der Bebauungsplan hat kürzlich Rechtskraft erlangt:

Gemeinde

Bebauungsplan-bezeichnung

Fläche (m²)

Nennleistung (MW)

Status B-Plan

seit

Hasselroth

Solarpark 1

48.960

6,410

4 (1) BauGB

05.04.22

Hasselroth

Solarpark 2

49.852

6,295

4 (1) BauGB

05.04.22

Brachttal

Freiflächen PVA Streitberg

29.900

3,540

4 (1) BauGB

04.02.22

Brachttal

Freiflächen PVA Spielberg

49.075

5,680

4 (1) BauGB

04.02.22

Bad Soden-Salmünster

 

Freiflächen PVA Salmünster

90.000

N/A

Rechtskraft

06.10.22

Hanau

Freiflächen PVA Großauheim-Kaserne

N/A

N/A

4 (1) BauGB

06.10.20

Bad Orb

Freiflächen PVA

44.000

N/A

4 (2) BauGB

09.07.20

Steinau

Freiflächen PVA Hintersteinau

50.000

N/A

Rechtskraft

12.05.20

Steinau

Solarpark Ulmbach

102.000

11,5

4 (1) BauGB

15.06.22

Bad Soden-Salmünster

Photovoltaik Unter dem Dritten Graben

43.300

5,9

4 (1) BauGB

30.05.22

Allgemeiner Hinweis: Es werden Planungsabsichten im Bauamt des Kreises erst bekannt, wenn bei der Solarenergie das Beteiligungsverfahren für die Bauleitplanung begonnen hat.

  1. Welche Photovoltaikprojekte sind aktuell im Main-Kinzig-Kreis geplant?

Siehe Antwort zur Frage 6.

Laut Auszug aus dem Marktstammdatenregister vom 03.05.2022 sind im MKK 42 Anlagen geplant mit einer Nettoleistung von 1,09 MW.

Kommune

Bruttoleistung

[KW]

Nettonennleistung

[KW]

Anzahl

% Verteilung der Nettoleistung

Bad Soden-Salmünster

7,4

7,4

1

0,68%

Birstein

12,75

10,7

2

0,99%

Bruchköbel

6,5

5

1

0,46%

Erlensee

1,115

0,915

2

0,08%

Freigericht

9,24

8

1

0,74%

Gelnhausen

17,7

17

2

1,57%

Gründau

 

3,8

2,46

3

0,23%

Hammersbach

0,72

0,56

1

0,05%

Hanau

799,75

646,49

8

59,58%

Hasselroth

0,98

0,98

2

0,09%

Jossgrund

45,14

45,14

1

4,16%

Linsengericht

7,2

5,04

1

0,46%

Maintal

9,6

8,2

1

0,76%

Neuberg

9,66

9,66

1

0,89%

Nidderau

28,21

22,3

4

2,06%

Rodenbach

10,245

8,125

2

0,75%

Ronneburg

17,6

15

1

1,38%

Schlüchtern

2,45

2,45

3

0,23%

Schöneck

12,245

10

1

0,92%

Sinntal

3,16

3,16

2

0,29%

Steinau

301,07

256,5

2

23,64%

Gesamtergebnis

1306,535

1085,08

42

100,00%

Quelle: https://www.marktstammdatenregister.de/

  1. Wie viele Windkraft- und Photovoltaikprojekte wurden in den vergangenen fünf Jahren im Main-Kinzig-Kreis umgesetzt?

Allgemeiner Hinweis Es werden Planungsabsichten im Bauamt erst bekannt, wenn bei der Windkraft ein BImSch-Antrag vorliegt.

Laut RP wurden seit 01.01.2017 26 Windkraftanlagen in Betrieb genommen.

 

Anzahl

2017

7

2018

13

2019

5

Laut Marktstammdatenregister wurden seit 01.01.2017 4062 Photovoltaikeinheiten in Betrieb genommen.

  

Anzahl

Nettonennleistung [KW]

2017

420

5687,175

2018

443

6531,479

2019

667

10288,259

2020

956

14764,941

2021

1134

15805,49

2022

442

4070,682

4062

57148,026

  1. Wie viele Windkraftanlagen (Angabe jährlich) wurden in den vergangenen fünf Jahren zugebaut?

Laut RP wurden seit 01.01.2017 7 Anlagen genehmigt.

 

Anzahl

2019

5 (Gründau – Breitenborn)

2021

2 (Schlüchtern – Elm)

Die 5 Anlagen in Gründau – Breitenborn werden laut Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie  beklagt (Stand 14.04.2022). Quelle: https://www.hlnug.de/themen/windenergie

  1. Wie viel Prozent der fossilen Brennstoffe konnten damit in den vergangenen fünf Jahren substituiert werden?

Siehe Antwort zuvor. Eine Beispielsrechnung: Eine kWh Windkraft produziert 0,011 kg CO2, die entspricht 763,4 t CO2. Verglichen mit Braunkohle von 1,15 kg CO2 pro kWh mit 76360 t CO2 werden 75596,6 t CO2 pro Jahr eingespart.

  1. Welche konkreten Handlungsschritte werden von Seiten der Verwaltung unternommen, um die vorgesehenen Projekte auf den Windvorrangflächen umzusetzen?

Die Planungshoheit liegt beim Regierungspräsidium Darmstadt, eine intensive Beteiligung der Landkreise erfolgte im Rahmen der Ausweisung der Windvorrangflächen. Zudem wurden im Rahmen des Teilplan Erneuerbare Energien (TPEE) 2019 für den Regionalplan Südhessen / Regionaler Flächennutzungsplan 2010 für Teile des Main-Kinzig-Kreises Vorranggebiete zur Nutzung von Windenergie festgelegt.

Die Planung von Investitionen in Windenergieprojekte sind häufig unternehmerischer Natur. Zudem beruhen Windenergieprojekte auf langfristigen kommunalen Entwicklungsplanungen und bedürfen der Zulassung durch die zuständige Genehmigungsbehörde, weshalb sie nicht vorrangig der Kreisverwaltung obliegen.

  1. Wie ist der Sanierungsstand der kreiseigenen Liegenschaften bzw. welcher Zeitplan ist vorgesehen, bis wann die Gebäude energetisch saniert sind?

Je nach vorhandenem Budget und Zustand der Liegenschaft wird entschieden, wann Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Werden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, werden in diesem Zuge auch die Klimaschutzaspekte beachtet und umgesetzt.

  1. Ist der von der Großen Koalition angedachte Zeitplan, die erzeugte Wärme bis 2030 CO2-neutral zu erzeugen, noch umsetzbar?

Heizungen in den eigenen Liegenschaften werden sukzessive ausgetauscht und erneuert, sobald eine Erneuerung angezeigt ist. Ein vorzeitiger Austausch von Anlagen zur Erreichung der CO2-Neutralität ist ökologisch und wirtschaftlich zum aktuellen Zeitpunkt nicht angezeigt. Zudem befinden sich die Energie- und Rohstoffmärkte aktuell im Umbruch und in einer Neuausrichtung. Die Anstrengungen zum Erreichen des festgelegten Zieles werden mit hoher Energie vorangetrieben.

  1. Welche Art der Heizungen sind beim Austausch vorgesehen? Wie wird deren CO2-Bilanz ermittelt?

Im Falle des notwendigen Austauschs einer Heizungsanlage in einer Liegenschaft des MKK wird individuell anhand von z.B. dem Standort unter Einbeziehung einer Energieberatung entschieden.